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Wettkampfdiät: Ein Tag mit Sina Greis

Ein gewöhnlicher Tagesablauf während der Wettkampfvorbereitung mit Sina. Routine und Disziplin stehen an erster Stelle. Da darf der Haushalt ruhig mal hinten angestellt werden, wenn es wieder Zeit für Cardio und Essen ist! 

AutorLisa Drexler
Datum31. Januar 2017 12:08:36 CET
Wettkampfdiät: Ein Tag mit Sina Greis

Um 5 Uhr klingelt der Wecker – höchste Zeit aufzustehen. Ich schwinge mich aus dem Bett in meine Sportklamotten und beginne mein Cardiotraining auf nüchternen Magen. Da es draußen regnet verzichte ich auf das Laufen und setze mich auf mein Ergometer, welches im Wohnzimmer bereit steht. 1 Stunde radeln. Es gibt schöneres um diese Uhrzeit, aber was solls – was muss, dass muss. 

 Sina-Christin Greis Athlete

Nach meinem ersten Training des Tages geht es ersteinmal unter die Dusche und die faltigen Spuren der Diät werden glatt gebügelt. Meistens gelingt es ganz gut. 30 Jahre sind 30 Jahre und ungeschminkt lässt sich dieses auch an einigen Tagen nicht schön reden :-D 

Mittlerweile bin ich gut im Kaschieren, aber bedingt durch die allgemeine Schwäche in der Diät dauert so ein Vormittag schon mal ein wenig länger. Abläufe die sonst im Handumdrehen passieren, gehen schwer von der Hand und teilweise im Zeitlupentempo. Manchmal fragt man sich wofür man das eigentlich alles tut, aber dann schaut man in den Spiegel und vergisst angesichts des immer straffer und fester werdenden Körpers alle Leiden die man vorher noch im Kopf hatte. Ich vergleiche das mit dem Kinder kriegen, da soll ja auch angeblich alles vergessen sein, sobald das Kind in den Armen liegt :-D 

Frühstück – zweifelsohne der wichtigste Moment des Tages, denn ich liebe es zu Frühstücken! Es gibt Rührei (1 Eigelb+2 Eiklar) mit Gemüse. Mag für den ein oder anderen komisch klingen, ist aber wie eine geschmackliche Explosion und der größte Genuss des Tages. Essen kann so glücklich machen, vor allem wenn die Auswahl zum Ende der Diät mau ist. Zum Essen gibt es Hafertee – manchmal auch Brennnesseltee. Frau ist ja flexibel. Morgens trinke ich bereits einen ganzen Liter. Viel trinken ist bei jeder Diät das A und O. Ich versuche mir gerade beim Frühstücken Zeit zu lassen. Der Rest des Tages ist stressig genug, da ist jede ruhige Minute Gold wert.

Um 8 Uhr beginnt mein Arbeitstag. Ich bin Physiotherapeutin und verbringe meinen Vormittag in der Praxis. Wie es bei allen Jobs ist, gibt es Tage mit lieben Menschen und Tage mit nicht so lieben Menschen um einen rum. Zum Ende der Diät ist die Reizschwelle bei mir nicht mehr so unfassbar hoch und ich habe oft Mühe gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Bisher kann ich aber sagen, dass die Gene als Animateurin durchaus überwiegen und ich fast Jedem gute Laune vorspielen kann – manchmal sogar mir selber.

Zwischendurch muss ich schauen, dass ich immer wieder dazu komme zu trinken und natürlich drei Stunden nach der ersten Mahlzeit wieder etwas esse. Oft ist es so, dass meine zweite Mahlzeit ebenfalls Flüssig ist (Shake). Essen würde zu lange dauern. 

Mittags habe ich in der Regel frei, bzw. Mittagspause. Die Zeit wird genutzt zum Kochen und natürlich wieder zum Essen. In der Diät bin ich, was mein Essen angeht, so unfassbar langweilig unterwegs. Es gibt Hühnchenfleisch und Brokkoli. Nun könnte ich theoretisch noch 2 Stunden auf das Sofa gehen und entspannen, aber ich habe noch ein großes Haus …und….eine Stunde Cardiotraining die absolviert werden muss. Haushalt oder Sport? Ähhhh….Sport! Auf ins Fitnessstudio, um eine Stunde auf dem Crosser zu jonglieren. Duschen, Anziehen, Falten glätten – wieder zur Arbeit. 

Diesmal arbeite ich in meinem eigenen Fitnessstudio. Dieses besitze ich seit nun exakt einem Jahr. Ein Studio nur für Frauen, welches mit meinem eigenen Sport rein gar nichts zu tun hat, sondern sich auf den Bereich Gewichtsreduktion und vor allem auch medizinische Probleme spezialisiert hat. Hier trainieren Frauen die einfach ganz andere Sorgen haben als ich und mich durch ihren Lebensgeist, warme Worte und Herzlichkeit inspirieren. Schön ist, dass die Damen in meinem Studio voll hinter meinem eigenen Sport stehen und es absolut kein Problem ist dort einfach mal zu essen. So gibt’s hier natürlich etwa drei Stunden nach meinem Mittagessen wieder eine kleine Zwischenmahlzeit. 

Abends steht noch ein Kurs auf dem Programm. Ich gebe diverse Kurse. Von Bauch/Bein/Po über Zumba bis hin zu Taibo ist alles dabei. Mit den ganzen Kursen hat mein sportlicher Werdegang übrigens auch begonnen. Es gab Zeiten in denen ich etwa 20 Kurse in der Woche gab. War eine tolle Zeit, man lernt viele Menschen kennen und vor allem lernt man auch viel über sich selber. 

Mit dem Kurs endet mein Tag in meinem Studio, aber es steht noch ein Personal Training an. Ein männlicher Kunde, weswegen ich die Location wechseln muss – bei mir haben ja nur Frauen zutritt  ;-) 

Eine Stunde Personal Training und danach endlich mein eigenes Training. Habe ich erwähnt, dass ich zwischendurch nochmal wieder essen musste?  Krafttraining steht auf dem Zettel. Endlich! Die Muskeln werden zum Glühen gebracht und die Kraft die noch da ist genutzt. Vorher gab es noch einen Formcheck mit dem Coach, der wie eigentlich fast immer „noch nicht“ zufrieden ist. 

Ich gebe zu, er ist nicht unbedingt ein Motivations-Coach. Manchmal verfluche ich ihn aufgrund seiner perfektionistischen Ader und seiner Ehrlichkeit. Im Endeffekt ist es aber genau das, was uns bisher so erfolgreich gemacht hat. Demnach liebe ich ihn dann also doch – manchmal aber heimlich. 

Mein Tag endet mit einem Shake zur Nacht um etwa 22:30. Langeweile hatte ich bis dato zu keiner Zeit und das ich sehr gut schlafen kann, muss ich wohl bei dem Ablauf nicht erwähnen. 

So sieht bei mir in etwa jeder Tag aus… klingt stressig – ist es oft auch. Aber ich habe mich für dieses Leben entschieden und liebe es so wie es ist. Vielleicht erklärt dieser Ablauf auch, warum es mir schwer fällt nachzuvollziehen wenn Menschen behauten keine Zeit für 2-3 Einheiten Sport in der Woche zu haben!? Dann bitte ehrlich sein und sagen „Keine Lust“ 

Sina-Christin Greis

Aktuell ist es bei mir übrigens ruhiger. Ich bin im Aufbau, was so viel bedeutet, dass ein Großteil des Cardiotrainings entfällt. Den Anteil Cardio den ich noch mache, mache ich nach dem eigentlichen Training. Morgens eine ganze Stunde mehr Schlaf und am Mittag Zeit für den Haushalt. Ich muss also nicht immer in einem Handgranatenwurfstand leben – nur Saisonal :-D