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Sina- Christin Greis über ihre Wettkampfvorbereitung

„In 6 Wochen ist die Norddeutsche Meisterschaft … wollen wir starten?“ 

 

AutorSina Greis
Datum23. Mai 2017 09:34:58 CEST
Sina- Christin Greis über ihre Wettkampfvorbereitung

Mit diesem Satz begann für mich eine Vorbereitung die spontaner nicht hätte sein können. Den Beginn der Diät behielt ich vorerst für mich. 

Kann ich es in 6 Wochen schaffen? 

Kann ich die OP- bedingte Auszeit im Dezember und Januar kompensieren? 

Habe ich aktuell den Biss durchzuhalten? 

Nur wenige Fragen mit denen ich mich auseinander setzen musste. Aber…wo ein Wille ist, ist bekanntlich ein Weg. Also nahm ich den Kampf gegen das Körperfett (welches Gott sei dank, dank einer sauberen Offseason, nicht hoch war) auf mich. 

 

Eine strickte Anpassung der Ernährung, ein neuer Trainingsplan mit einigen zusätzlichen Cardioeinheiten und regelmäßige Formchecks gehörten nun wieder fest in meinen Alltag. Die Umstellung fiel mir nicht schwer, denn auch während meiner Offseason bin ich im Training und der Ernährung sehr konsequent. Ich würde sogar behaupten, dass die ersten Wochen der Diät diesmal sehr einfach verliefen. Lange hatte ich nicht das Gefühl mitten in der Diät zu stehen. Der Körper veränderte sich dennoch täglich und merklich. 

 

Jeden Sonntag steht eine Anpassung von Training und Ernährung an. Die letzte Woche wird besprochen und die Ziele für die kommende Woche neu definiert. Mein Coach, der gleichzeitig auch mein Partner ist und ich arbeiten sehr eng zusammen. Ich denke, dass auch genau das unsere Erfolgsstrategie jeder Vorbereitung ist. Probleme werden schnell erkannt und können behoben werden. Allerdings gab es diesmal keinerlei Probleme, es lief alles wie am Schnürchen. 

 

In den letzten 3 Wochen haben wir das Pensum nochmal extrem angezogen, demnach waren diese 3 Wochen auch hart. Der Körper fühlt sich platt und ausgelaugt an. Heißhunger ist des öfteren ein Begleiter, dem es gilt nicht nachzugeben. Es fällt mir immer schwer zu beschreiben wie man sich fühlt…einerseits ist man voller Motivation und Tatendrang, andererseits fällt einem ab und an das gehen einer Treppe schon schwer. 

 

Warum tut man sich das eigentlich an? 

 

Ja… das fragen mich nicht nur andere Menschen, sondern ich mich auch des öfteren selber. Ich denke, man muss diesen Sport einfach lieben und das Gefühl sein Ziel erreicht zu haben einmal auf der Bühne spüren, um dieses nachvollziehen zu können. 

Fakt ist: „Wenn man erst einmal auf der Bühne steht und seine Arbeit präsentiert, sind die Schmerzen, das Leiden und die Qualen der letzten Wochen wie weggeblasen und vergessen.“ 

 

Die letzte Woche einer Vorbereitung ist übrigens die spannendste Woche. Hier gilt es den Körper zu entladen und zu entwässern. Entladen bedeutet die Glycogenspeicher zu entleeren. Das wiederum bedeutet komplett auf Kohlenhydrate zu verzichten und die Muskulatur durch ein Zirkeltraining im Kraftausdauerbereich zu trainieren. Das Entwässern handhabt jeder anders. Erst wird aufgewässert, dann abgewässert. Ggf. arbeitet man zusätzlich mit Salz. Die Physiologie dessen ist so komplex und vielfältig, dass sie sich auf die Schnelle nicht explizit erklären lässt. Ziel des ganzen ist auf jeden Fall, so viel Wasser aus dem Körper zu pressen, dass die Haut nur noch wie ein leichter Film über der Muskulatur liegt. 

 

Bodybuilding ist schon ein verrückter Sport. Für aussenstehende oft unverständlich, aber dennoch faszinierend. Disziplin, Ehrgeiz und eine enorme Willenskraft können jeden Körper formen, man muss nur bereit sein zu kämpfen. Für mich hat sich bisher jeder Kampf gelohnt und ich freue mich bereits jetzt auf folgende Kämpfe, neue Ziele und neue Meisterschaften. 

 

 

Fotos: Marc Schumacher